08.05.2026

Taiwan Today

Politik

Kommandozentrale zum Kampf gegen Coronavirus eingerichtet

30.01.2020
Am internationalen Flughafen Taiwan Taoyuan (TTIA) wurden Vorbeugemaßnahmen verfügt, um die Einreise von Passagieren zu verhindern, die mit dem neuartigen Coronavirus nCoV-2019 infiziert sind. (CNA)
Ein zentrales Epidemie-Kommandozentrum wurde am 20. Januar durch das Ministerium für Gesundheit und Soziales (Ministry of Health and Welfare, MOHW) der Republik China (Taiwan) für erhöhte Bereitschaft beim Umgang mit Fällen von Infektionen durch das neuartige Coronavirus nCoV-2019 eingerichtet.
 
Das Kommandozentrum, das von Chou Jih-haw, Generaldirektor der Zentren für Krankheitskontrolle (Centers for Disease Control, CDC) unter dem MOHW, beaufsichtigt wird, entstand als Reaktion auf den jüngsten Ausbruch von Coronavirus-Infektionen in China und die steigende Zahl von Fällen, die im Laufe der vergangenen Tage in Japan, Südkorea, Thailand und anderen Ländern gemeldet wurden.
 
Laut amtlichen Zahlen von chinesischen Gesundheitsbehörden vom Vormittag des 30. Januar waren 7711 Krankheitsfälle in 31 Provinzen bekannt, 170 Patienten sind der Krankheit bislang erlegen. Weltweit ist von insgesamt 7812 Krankheitsfällen die Rede, davon 8 in Taiwan und 4 in Deutschland. Außerhalb Chinas hat das Coronavirus noch keine Menschenleben gefordert.
 
Am 15. Januar war die Krankheit von den CDC als eine Gesundheitsbedrohung ansteckender Krankheiten der Kategorie 5 eingestuft worden, zu der auch Ebola und das Nahost-Atemwegssyndrom (Middle East Respiratory Syndrome, MERS) gehören. Dadurch sind medizinische Institutionen verpflichtet, das MOHW binnen 24 Stunden nach der ersten Behandlung über Verdachtsfälle zu informieren.
 
Zum Schutz der Menschen wurden zahlreiche weitere Vorbeugemaßnahmen verfügt, berichteten die CDC. Dazu zählen verbesserte Planung und Infektionskontrolle in medizinischen Institutionen, Durchführung entsprechender Übungen, Schärfung des Bewusstseins der Öffentlichkeit und strengere Kontrollen an Flughäfen und sonstigen Einreise-Brennpunkten.
 
Im Vorfeld der Ferien zum Neujahrsfest gemäß dem Mondkalender appellierten die CDC an Menschen, welche eine Reise nach Wuhan oder benachbarte Gegenden planten, direkten Kontakt zu Personen mit Grippesymptomen und wildlebenden Tieren zu vermeiden, keine belebten öffentlichen Orte oder Viehmärkte aufzusuchen, sich häufig die Hände zu waschen und Gesichtsschutz zu tragen.
 
Am 29. Januar erklärte Premierminister Su Tseng-chang, es würden keine Mühen gescheut, die Menschen in Taiwan vor einer möglichen Ausbreitung der Krankheit zu schützen. Die Regierung behalte die Lage genau im Auge, und öffentliche Orte wie Krankenhäuser, Massenverkehrseinrichtungen, Militärstützpunkte und Schulen erhielten maximale Aufmersamkeit, damit Taiwans Netz für Krankheitsverhütung und –verwaltung weiterhin lückenlos bleibe, so Su.
 
Gleichzeitig werde die Regierung für eine ausreichende Versorgung der Öffentlichkeit mit Gesichtsschutz sorgen, betonte Su. Als Vorsichtsmaßnahme bleibt der Export zwei bestimmter Arten von Chirurgenmasken ins Ausland bis zum 23. Februar verboten, fügte er hinzu.
 
Nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums in Taipeh erhielten einheimische Gesichtsschutz-Hersteller die Erlaubnis, ihre Tagesproduktion nach Ende der Neujahrsferien auf ca. 4,2 Millionen Stück zu steigern. Das MOHW hat ferner 25,7 Millionen Chirurgenmasken aus dem eigenen Vorrat von 42 Millionen Stück an diverse Hauptvertriebsstellen übergeben.
 
Die CDC haben am 25. Januar ihre Reisewarnung für Chinas Provinz Hubei (wo die am schwersten betroffene Stadt Wuhan sich befindet) auf die höchste Stufe heraufgesetzt und raten von einer Reise dorthin dringend ab. Für andere Gebiete in China gilt die Reisewarnung der Stufe 2, womit gemeint ist, dass keine unnötige Reisen unternommen werden sollten.
 
Wer innerhalb von 14 Tagen im Anschluss an die Rückkehr nach Taiwan Symptome einer Atemwegserkrankung entwickelte, sollte entsprechend den Empfehlungen der CDC eine Chirurgenmaske anlegen, sich sofort um medizinische Behandlung bemühen und Gesundheitsfürsorge-Personal über die jüngst absolvierten Reise-Etappen informieren.
 
—Quelle: Taiwan Today, 01/21/2020 (SFC-E)
—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com
 

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