Biotech-Kosmetika sind Produkte mit Bestandteilen, die aus Tieren, Pflanzen oder Mikroorganismen gewonnen wurden und eine biochemische Wirkung auf der Haut haben. Entsprechend ist das Kunstwort „kosmezeutisch“ — konstruiert aus den Wörtern „kosmetisch“ und „pharmazeutisch“ — ein Marketing-Modewort geworden, mit dem kosmetische Produkte beworben werden, die angeblich arzneiähnliche Wirksamkeit besitzen und zu saftigen Preisen verscherbelt werden. Gleichzeitig wird im Bereich der biomedizinischen Forschung die Trennlinie zwischen biomedizinischer Behandlung und Hautpflege-Kosmetika von Tag zu Tag unschärfer.
„Unser wissenschaftliches Knowhow hat es uns gestattet, kosmezeutische Produkte, die sicher, wirksam und hypoallergen sind, zu entwickeln, herzustellen und zu vermarkten“, prahlt Edward Chang, Vorsitzender von Maxigen Biotech Inc. „Deswegen haben wir im In- und Ausland einen Anteil des großen, aber hart umkämpften Hautpflegemarktes erobert. Und unsere Produktionseinrichtungen, zu denen keimfreie Räume von medizinischem Niveau gehören, erfüllen in jeder Hinsicht internationale Standards. Durch sie konnten wir uns international anerkannte Zertifikate für Qualitätsmanagement-Systeme wie ISO 9001 und ISO 13485 sichern.“
Maxigen verfügt über ein starkes Forschungs- und Entwicklungsteam aus Fachleuten, die zuvor im Forschungsinstitut für industrielle Technologie (Industrial Technology Research Institute, ITRI), im Nationalen Wissenschaftsrat (National Science Council, NSC) und im Gesundheitsministerium tätig waren. Chang selbst promovierte in Biochemie an der University of Wisconsin-Madison (USA) und absolvierte im Anschluss medizinische Schulung in Harvard. Außerdem war er früher Mitglied des Lehrkörpers der New York University School of Medicine und im Cold Spring Harbor Laboratory in New York.
Seit der Gründung im Jahre 1999 hat Maxigen bahnbrechende Forschung auf dem Gebiet der Bio-Polymere durchgeführt und sie für die Entwicklung neuer Produkte eingesetzt. Nach jahrelangen Studien und Zusammenarbeit mit renommierten akademischen, medizinischen und pädagogischen Instituten in Taiwan wie ITRI, der Universitätsklinik National Taiwan University Hospital (NTUH), dem Chang Gung Memorial Hospital und der National Central University gelang der Biotechnologiefirma die Schaffung einer gesetzlich geschützten Reihe von Produkten auf Collagen-Grundlage und Hyaluronsäure-Grundlage für medizinische wie auch kosmetische Anwendungen.
Collagen ist zusammen mit Hyaluronsäure wesentlich für die Gesundheit von weichem Bindegewebe. Collagen enthält Heparinsulfat, eine wichtige Komponente für die Geschmeidigkeit von Haut und Muskeln, Hyaluronsäure wiederum hält die Haut feucht und wird in der Branche allgemein als „Schlüssel zum Jungbrunnen“ gepriesen.
Maxigens eigene Marke von Hautpflegeprodukten namens BioFlash wirbt mit einer hypoallergenen Rezeptur. (Foto: Huang Chung-hsin)
Die Produkte auf Collagen-Grundlage und Hyaluronsäure-Grundlage, welche Maxigen mit seinen patentierten Technologien entwickeln konnte, wurden von der US-amerikanischen Nahrungs- und Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration, FDA) sowie der Europäischen Union zugelassen. Diese beiden Elemente wurden dadurch Maxigens Kerntechnologien und Wettbewerbsvorteil.
Chang führt aus, dass das Hauptziel seines Unternehmens darin besteht, medizinische Produkte zu entwickeln, doch dafür braucht man wegen der strengen Bestimmungen in der Branche wie der Anforderung, zur Garantie der Sicherheit und Wirksamkeit klinische Tests durchzuführen, große Investitionen von Zeit und Ressourcen. Wegen dieser praktischen Beschränkungen hat sich sein Unternehmen in den jüngsten Jahren bemüht, Hautpflegeprodukte zu entwickeln, um sein Geschäft aufrechtzuerhalten und zu erweitern.
Nach der Beobachtung von Chang sind in Taiwan und ganz Asien Anti-Alterungs-, Anti-Falten- und Hautbleichungsprodukte am meisten gefragt. Entsprechend sind der Schwerpunkt bei Forschung und Entwicklung und das Produktangebot seiner Firma an diese Vorlieben gekoppelt. Bislang hat Maxigen gut 150 Hautpflege-Formeln für Gesicht und Körper geschaffen, welche natürliche, milde und biologisch veredelte Bestandteile enthalten, die leicht einziehen und denen keine zusätzlichen Konservierungsstoffe beigefügt wurden.
Das Unternehmen stellt heute eine breite Palette von Hautpflegeprodukten her, die in der Form von Cremes, Gels, Lotions, Sera und Masken unter eigenen Markennamen wie Dr. Neo und BioFlash vertrieben werden oder aber bei in- und ausländischen Kosmetikfirmen nach dem Schema Vertragsfertigungen fremder Designs für andere Unternehmen (Original Equipment Manufacturing, OEM) bzw. Produktion eigener Designs (Original Design Manufacturing, ODM) Abnehmer finden. Jedes Jahr verlassen 8 Millionen Gesichtsmasken die Fertigungshallen, wodurch etwa zehn Prozent des taiwanischen Marktes eingenommen werden, und Maxigen verkauft seine verschiedenen Hautpflegeprodukte an OEM- und ODM-Kunden in den USA, Europa, Nahost, Australien und in der asiatischen Region.
Chang fügt hinzu, dass seine Firma zu den wenigen taiwanischen Kosmetikunternehmen zählt, denen vom Gesundheitsministerium ein Zertifikat über „gute Herstellungspraxis“ (Good Manufacturing Practice, GMP) verliehen wurde. Im Jahre 2001 gewannen Maxigens von Rindern extrahierte Bio-Materialien auf Collagen-Grundlage den Qualitätspreis National Biotechnology and Medical Care Quality Award, vergeben vom Institut für Biotechnologie und Medizingewerbe. Das Unternehmen erhielt zudem im Jahre 2007 den vom Wirtschaftsministerium verliehenen 14. Innovations-Forschungspreis kleiner und mittlerer Unternehmen.
Zusätzlich haben Maxigens Forschungs- und Entwicklungskapazitäten sowie die Verkaufsergebnisse NuVasive Inc., eine an der NASDAQ-Börse in New York registrierte amerikanische Firma für medizinische Geräte, dazu veranlasst, einen 10-prozentigen Anteil an dem taiwanischen Unternehmen zu erwerben.
Maxigen nutzt für die Entwicklung kosmezeutischer Erzeugnisse wissenschaftliches Knowhow und modernste Produktionseinrichtungen. (Foto: Huang Chung-hsin)
Laut Chang hat Taiwans Kosmetikmarkt einen Jahreswert von über 100 Milliarden NT$ (2,5 Milliarden Euro), und etwa 500 Hersteller kämpfen um ein Stück vom Kuchen. „Hautpflege ist zweifellos ein wachsendes, vielversprechendes Gewerbe, wenn man den zunehmenden Wohlstand und das Augenmerk auf Aussehen in der Gesellschaft berücksichtigt“, urteilt er. „Das Gewerbe muss aber seine globale Präsenz intensivieren, um rentabel zu wirtschaften sowie einen Kostenvorteil und eine gute Gewinnspanne zu erzielen. So wird man sich halten und wettbewerbsfähig bleiben können.“
Mit Blick auf die Zukunft meint Chang, seine Firma werde ihre eigenen Markenprodukte durch aktives Marketing und Werbekampagnen fördern, außerdem wolle man Kooperation mit international bekannten Kosmetikunternehmen anstreben und daran arbeiten, ausländische Märkte (einschließlich Festlandchina) zu erschließen. Ab 2011 wird Maxigen überdies an Taiwans Börse (Taiwan Stock Exchange, TSE) notiert sein.
Nach den Worten von Chao Chin-lung, stellvertretender geschäftsführender Direktor der Biotechnologie-Geschäftsabteilung von Taiwan Sugar Corp. (TSC), wird etwa die Hälfte des inländischen Kosmetikmarktes mit einem Wert von gut 50 Milliarden NT$ (1,25 Milliarden Euro) von Hautpflegeprodukten für das Gesicht eingenommen. Seine Firma ist daher optimistisch über die Aussichten des Sektors, und im Jahre 2003 wurde 1 Milliarde NT$ (25 Millionen Euro) in den Bau moderner Anlagen für ihre Hautpflegeprodukte investiert, darunter Ausstattung für präzise Verarbeitung und Verpackung sowie Verunreinigungs-Kontrollsysteme aus Deutschland und Japan.
TSC ist ein Staatsunternehmen, das 1946, ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Abzug der Japaner aus Taiwan, gegründet wurde und die Zuckermühlen übernahm, die zuvor von japanischen Firmen und Personen kontrolliert worden waren. Wegen des erheblichen Schwundes des Zuckergeschäfts seit den achtziger Jahren hat die Firma energische Diversifizierungspläne initiiert und ist seitdem unter anderem in Viehzucht, Biotechnologie, Blumenzucht und Tourismus vorgedrungen, um das Betriebsvolumen und die Einkünfte insgesamt zu steigern.
Übergangstechnologie
Chao betont jedoch, dass TSC nicht allein deswegen in den Kosmetikmarkt vorgedrungen ist, weil er gute Geschäftsmöglichkeiten verspricht. Es ist vielmehr so, dass durch die Kerntechnologien, welche die Firma in den vergangenen Jahrzehnten für die Verarbeitung von Zucker herangebildet hat, darunter Fermentierung, Biotransformation und Extrahierung, TSC nun eine gute Ausgangsposition hat, um in den Bereich Biotechnologie vorzustoßen.
„Wir haben mit der Produktion von Hautpflegeprodukten angefangen, da eine so große Nachfrage nach ihnen herrscht und wir über die erforderlichen Technologien zur Herstellung verfügen“, erklärt Chao. „Das ist eine von unseren Anstrengungen, unser vorhandenes Knowhow zu maximieren, um aktuelle Bedürfnisse zu befriedigen. Außerdem sind die meisten Zutaten in Taiwans Biotech-Kosmetika importiert und die Herkunft mancher Produkte unklar. Wir bemühen uns, die Rohmaterialien selbst zu entwickeln, so dass wir ihre Sicherheit garantieren können.“ Nach seinen Worten wird beispielsweise Collagen für gewöhnlich aus Rindern, Schweinen oder Hühnern gewonnen. Die Verwendung solcher Zutaten ist indes bei Kontamination durch Ausbrüche von Maul-und-Klauenseuche und Rinderwahnsinn riskant. Chao sagt, Plazenta und Collagen für TSC-Produktion wird aus Schweinen extrahiert, die TSC in der eigenen Viehwirtschaftsabteilung züchtet, und das ganze Zuchtverfahren hält staatliche Bestimmungen ein, etwa Verbot des Einsatzes von Antibiotika und anderen rezeptpflichtigen Präparaten. Die Produkte sind auch vom Rückverfolgbarkeitssystem Landwirtschaft und Nahrungsmittel Taiwan zertifiziert, das vom Landwirtschaftsrat (Council of Agriculture, COA) ins Leben gerufen wurde. Die Verbraucher können so über die Sicherheit der Bestandteile, die TSC aus dem Vieh der firmeneigenen Farmen gewonnen hat, beruhigt sein.
Unter dem Namen Stanlen vermarktet Taiwans Zuckerkonzern Taiwan Sugar Corp. Hautpflegeprodukte auf Collagen-Grundlage und Plazenta-Grundlage. (Foto: Huang Chung-hsin)
Der solide Ruf des Zuckerkonzerns kommt von seiner langen Geschichte und dem Status als Staatsunternehmen, und das erleichtert die Werbung für die Hautpflegeprodukte in Taiwan, so Chao. Außerdem bedeutet die Beteiligung des Staates, dass das Unternehmen eine stärkere Verpflichtung der Öffentlichkeit gegenüber hat, für die Sicherheit und Wirksamkeit seiner Produkte zu sorgen. Entsprechend versichert Chao, seine Firmeneinheit lasse während des gesamten Produktentwicklungsablaufes große Vorsicht walten, von der ersten Forschung und Entwicklung bei Gewebekultur und Zellforschung im Labor über Produktion, Verpackung und abschließende Qualitätskontrollen zu Toxizität und Wirksamkeit. Die Verfahren und Produkte von TSC erhielten Zertifikate der Standards ISO 9001, ISO 14001 und ISO 22000 über Qualität, Umweltschutz und Methoden zur Sicherheitsverwaltung.
Chao fährt fort, dass anders als im Westen viele taiwanische Frauen eine Bräunung ihrer Haut vermeiden möchten und eine vornehme Alabasterblässe vorziehen, weswegen TSC die Entwicklung von Hautaufhellern betont. Um dem vollen Terminkalender vieler moderner Frauen entgegenzukommen, hat das Unternehmen Vielzwecklösungen nach dem Rezept „alles in einem“ geschaffen, die laut TSC Hautschäden durch zu viel Sonne reparieren, das Auftreten von Falten und Runzeln vermindern, Altersflecken aufhellen und die Haut straffer machen können.
Bislang hat TSC Hautcremes und Essenzen auf der Grundlage der eigenen Extraktion biochemischer Bestandteile einschließlich Collagen, Plazenta und Hyaluronsäure entwickelt, daneben werden mehrere Gesundheits-Ergänzungen hergestellt. Die Hautpflegeprodukte des Unternehmens werden unter einem eigenen Markennamen („Stanlen“) auf einheimischen Einkaufs-Fernsehkanälen und in Zusammenarbeit mit dem Bankensektor des Landes vermarktet, und die Resonanz war allgemein gut. So kam etwa 2009 eine konzentrierte Alles-in-einem-Creme von Stanlen auf den Markt, von der im ersten Jahr 200 000 Flaschen verkauft wurden. Chao schreibt die zufriedenstellenden Verkaufszahlen der guten Produktqualität seiner Firma und der Preisgestaltung im Spektrum 950 bis 1800 NT$ (23-45 Euro) zu, eine wirksame Marketingstrategie mit berufstätigen Frauen ab 35 Jahren als Zielgruppe trug ebenfalls zu dem Erfolg bei.
Von Salz zu Hautpflege
Taiyen Biotech Co. ist ein weiteres Unternehmen, das auf den Kosmezeutikzug aufgesprungen ist. Ebenso wie TSC kann auch Taiyen eine lange Firmengeschichte und starke finanzielle Reserven aufweisen. 1952 war Taiyen als Staatsunternehmen unter dem Namen Taiwan Salt Works gegründet worden, um die Salzherstellung des Landes zu übernehmen, wurde 1995 jedoch privatisiert und 2003 an Taiwans Börse registriert.
Nach Ansicht von Hung Hsi-yao, dem Vorsitzenden von Taiyan Biotech, haben amerikanische, europäische und japanische Marken lange den Kosmetikmarkt in Taiwan dominiert. Nun gibt Taiwans Regierung sich Mühe, das zu ändern, indem man die Entwicklung der einheimischen Biotech-Kosmetikindustrie unterstützt, und zwar durch Finanzspritzen, Schulungsprogramme und technologischen Beistand. Hung glaubt, dass diese Anreize den inländischen Hautpflegemittel-Fabrikanten helfen werden, ihre Marktpräsenz auszuweiten.
Die Hautpflegeprodukte von Taiyen Biotech Co., einem ehemaligen Staatsunternehmen für Salzerzeugung, sind in über 150 Franchise-Filialen auf ganz Taiwan erhältlich. (Foto: Huang Chung-hsin)
Taiyen wandte seine Aufmerksamkeit im Jahre 2001 der Hautpflege-Wissenschaft mit der Initiierung ausgiebiger Forschungs- und Entwicklungsprojekte in dem Bereich zu. 2002 bemühte die Firma sich um Technologietransfer von BioCore Medical Technologies Inc., dem ersten US-amerikanischen Biotech-Unternehmen, dessen Wundverband auf Collagen-Grundlage von der dortigen FDA genehmigt worden war. Seitdem hat Taiyen die Herstellungstechnologie für Collagen medizinischer Qualität von BioCore verwendet, um biomedizinische Materialien und Kosmetikerzeugnisse zu produzieren.
„Wir versuchen, unsere biomedizinischen Forschungsergebnisse zu benutzen, um die technische Seite von Hautpflege anzugehen, denn wir glauben, dass die Anwendung einer höheren Ebene von Wissenschaft bei Hautpflege-Behandlung die Messlatte für Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit auf jeden Fall erhöhen wird“, mutmaßt Hung. „Daneben wollen wir durch technologische Fortschritte und Innovation das Vertrauen der Verbraucher steigern.“
Im Bereich der Biotechnologie hat Taiyen in die Erkundung probiotischer Bakterien und Schlüsseltechnologien wie Mikrobenkulturen, Gärtechnik, Nahrungsmittelwissenschaft sowie die Isolierung und Reinigung von Enzymen für eine Reihe von Gesundheitsnahrungsprodukten investiert, außerdem in die Entwicklung der firmeneigenen Hautpflege-Produktlinie. Neben den alten Werken, die Salzwaren und Gewürze erzeugen, unterhält Taiyen derzeit drei Biotech-Fabriken, wo Waren für persönliche Hygiene, Hautpflege- und Gesundheitsprodukte hergestellt werden.
2002 startete Taiyen überdies eine eigene Hautpflege-Marke, nämlich Lu-Miel, die in über 150 Franchise-Filialen im ganzen Land Erzeugnisse für Frauen vertreibt. 2009 unternahm die Firma einen weiteren Schritt nach vorn, als unter dem Namen La-Miel drei Hautpflegeprodukte für Männer auf den Markt gebracht wurden. „Unsere Produktentwicklung betont Schönheit, Gesundheit und Vorbeugen gegen das Altern“, zählt Hung auf. „Deswegen sind wir bestrebt, Biotechnologie und Meeresbiologie miteinander zu vereinen, ferner unterschiedliche Arten von Oxidationshemmern, Collagenen, Wachstumsfaktoren und Naturextrakten aus Taiwans Tiefseealgen und Hochgebirgspflanzen, um auf diese Weise die Textur der Haut, ihre Elastizität und Helligkeit zu verbessern.“
Hung fährt fort, dass Taiyens Hautaufhellungs- und Altershemmungsprodukte sich am besten verkaufen. Er empfiehlt besonders die von Taiyen selbst entwickelte und patentierte Hautaufhellungs-Essenz („Diamond Bright“), die mit Tranexamsäure, a-Arbutin, Vitamin C (Sodium-Ascorbylphosphat) und Kiefernrindenextrakt dunkle Flecken auf der Haut aufhellt. Das Produkt gewann im Jahre 2008 den Qualitätspreis National Biotechnology and Medical Care Quality Award.
Taiyen befasst sich seit 2001 mit der Wissenschaft der Hautpflege. (Foto: Courtesy Taiyen Biotech Co.)
Eine Marketing-Legende
Hinsichtlich der Entwicklung des Hautpflegegeschäfts seines Unternehmens meint Hung, Taiyen wolle den Kundenstamm von der bisherigen Alterszielgruppe ab 40 Jahren auf Frauen ab 35 und darunter ausdehnen. Entsprechend hat Taiyen unlängst eine neue Produktlinie vorgestellt, Lu-Miel Legend, die sich an jüngere Frauen wendet.
Ähnlich wie Edward Chang von Maxigen findet auch Hung, es sei wesentlich für einheimische Fabrikanten von Hautpflegeprodukten, ihren Produktionsumfang zu steigern, um zu wettbewerbsfähigen Preisen verkaufen und immer noch angemessene Gewinnspannen bekommen zu können. Für Rentabilität ist allerdings eine nennenswerte Marktnachfrage unverzichtbar. In dieser Hinsicht hofft Taiyen, seine Verkaufskanäle auf Kaufhäuser, rund um die Uhr geöffnete Kleinsupermärkte und Einkaufs-Websites auszuweiten und gleichzeitig ein schärferes Medienprofil aufzubauen.
Hung verweist auf Statistiken von Euromonitor International, einem globalen Marktforschungsunternehmen, welche zeigen, dass der internationale Kosmetikmarkt im Jahre 2009 auf gut 230 Milliarden US$ geschätzt wurde und Asien, besonders Festlandchina, zwischen 2011 und 2013 wahrscheinlich als größter Kosmetikmarkt der Welt in den Vordergrund treten wird.
Angesichts des riesigen Marktpotenzials teilt Hung mit, seine Firma werde dieses Jahr ihre Anstrengungen verstärken, den Markt in Festlandchina zu erschließen, da die dortige Kultur und Konsummuster denen in Taiwan ähnlich sind. Darüber hinaus haben Festlandchinesen im Allgemeinen Interesse an und Vertrauen in taiwanische Marken. Hung hofft, dass die beiden Seiten der Taiwanstraße bald das von der Regierung vorgeschlagene Rahmenabkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit (Economic Cooperation Framework Agreement, ECFA) besiegeln können, um den bilateralen Handelsaustausch zu erleichtern.
„Die Aufnahme von Biotechnologie in Bestandteile von Schönheitsprodukten ist zu einem gängigen Trend geworden, und das verkauft sich auch gut“, verkündet Hung voller Zuversicht. „Mit überlegener Qualität und technologischer Anwendung haben Biotech-Kosmetika aus taiwanischer Produktion eine sehr gute Chance, einen Anteil auf dem festlandchinesischen Markt zu gewinnen. Und der Aufbau einer Marktpräsenz drüben wird Taiwans Biotech-Kosmetiksektor dabei helfen, zu wachsen und zu gedeihen, und am Ende werden wir auch auf dem internationalen Markt Fuß fassen.“
(Deutsch von Tilman Aretz)