04.06.2026

Taiwan Today

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Die Republik China auf Taiwan blickt erwartungsfroh ins 21. Jahrhundert

01.05.1998

Die vergangenen fünfzig Jahre

Was macht die Republik China unter den 193 Ländern der Welt so bemerkenswert? Sie ist ein herausragendes Beispiel dafür, was im Verlauf eines halben Jahrhunderts politisch und wirtschaftlich erreicht werden kann. Vor fünfzig Jahren war Taiwan eine sehr rückständige und undemokratische Gesellschaft mit einem Handelsvolumen von 303 Millionen US$, einem Bruttosozialprodukt von 1 Milliarde US$ und einem Pro-Kopf-Einkommen von etwas über 100 US$. Fünfzig Jahre danach verwaltet die Regierung der Republik China mit der Rechtshoheit über 36 000 qkm Landfläche und einer Bevölkerung von 21,5 Millionen Menschen ein Land mit der vierzehntgrößten Wirtschaft der Welt, einem Außenhandelsvolumen von 230 Milliarden US$, einem Bruttosozialprodukt von über 289 Milliarden US$ und einem Pro-Kopf-Einkommen von über 13 000 US$. Bei der Produktion von Notebook-Computern und Computerperipheriegeräten wie Scannern, Modems und Mäusen ist Taiwan weltweit die Nummer eins.

Doch die Republik China hat weit mehr als wirtschaftliche Erfolge vorzuweisen. Sie ist auch eine vollentwickelte Demokratie, in der Präsident und Parlament direkt vom Volk gewählt werden. Taiwans Gesellschaft ist zunehmend pluralistisch und offen. Es gibt eine Reihe von Gründen für diese Erfolge: Frieden und Stabilität, ein gutes Bildungssystem, ein stark ausgeprägtes Arbeitsethos in unserer Bevölkerung, eine gute Führung und solide Entwicklungsstrategien sowie natürlich schon frühzeitig lebenswichtige Hilfeleistung aus den USA.

All die soeben erwähnten Erfolge sind um so bemerkenswerter, als sie unter der ständigen Bedrohung durch ein feindseliges Regime in Peking erreicht wurden. Seit einigen Jahren zeigt sich diese Feindseligkeit darin, daß Länder in aller Welt dazu gedrängt werden, die Realität der Teilung Chinas, der Existenz zweier politischer Gebilde, zweier Hoheitsgebiete und zweier Regierungen kollektiv zu verleugnen. Dadurch befindet sich die Republik China in der außergewöhnlichen Situation, als eine der großen Handelsnationen und Volkswirtschaften der Welt mit bedeutenden weltweiten Verbindungen in den meisten internationalen Organisationen nicht vertreten zu sein und die globalen Abkommen, an die sie sich hält, nicht mit unterzeichnen zu dürfen. Das Traurigste daran ist, daß es den Menschen in Taiwan verwehrt wird, in der internationalen Gemeinschaft durch die von ihnen gewählte Regierung vertreten zu sein.

An unserer Bevölkerung bewundere ich am meisten, daß sie die außergewöhnliche Situation, mit der ihr Land konfrontiert ist, stets pragmatisch und mit der Einstellung " wir schaffen es" betrachtet hat. Trotz des gewaltigen Drucks hat sie erreicht, was vor fünfzig Jahren von Experten für unmöglich gehalten wurde: Sie hat in Taiwan eine der stärksten Volkswirtschaften und lebendigsten Demokratien Asiens geschaffen. Von demselben Geist ist auch die heutige pragmatische Diplomatie der Republik China getragen. Wir schätzen die Beziehungen zu unseren Handelspartnern und Freunden und streben danach, sie zu ihren vollen Möglichkeiten zu entwickeln -- mit oder ohne offizielle diplomatische Beziehungen. Das beste Beispiel dafür ist die Beziehung, die mein Land mit den USA verbindet.

Die Gegenwart: Auf Synergieeffekte setzen

Die offiziellen diplomatischen Beziehungen zwischen der Republik China und den Vereinigten Staaten endeten vor 19 Jahren. Doch anstatt zu verkümmern, sind die Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen den beiden Ländern immer weiter angewachsen. Der bilaterale Handel erreichte 1997 ein Volumen von 52,8 Milliarden US$. 23,2 Milliarden US$ davon (16,4 Prozent mehr als im Vorjahr) waren Importe der Republik China aus den USA. Obwohl die Regierung der Vereinigten Staaten ihre Handelszahlen zum Jahresende noch nicht offiziell bekanntgegeben hat, zeigt doch der Trend der ersten zehn Monate des Jahres 1997, daß Taiwan in jenem Jahr wahrscheinlich der siebtgrößte Handelspartner der USA war.

Viele Amerikaner wissen nicht, daß Taiwan ein bedeutender ausländischer Käufer amerikanischer Produkte ist. Taiwan ist der drittgrößte Markt für medizinische Produkte aus den USA, der fünftgrößte ausländische Käufer amerikanischer Auto mobile und der fünftgrößte Markt für die Agrarexporte der USA. Vielen ist möglicherweise nicht bewußt, daß die Republik China in den vergangenen zehn Jahren 1,6 mal mehr amerikanische Produkte gekauft hat als die Volksrepublik China. Die Republik China ist bei ihren Importen von Kernreaktoren und Kernbrennstoffen für die Energieerzeugung auf die USA angewiesen. 1996 erhielt General Electric den Zuschlag für den Bau von Taiwans viertem Kernkraftwerk, ein Auftrag im Gesamtwert von 1,79 Milliarden US$.

Die Zukunft: Auf Erfolg setzen

Während sich unsere asiatischen Nachbarn von der Finanzkrise, die die Region durcheinanderwirbelt, zu erholen suchen, ist für Taiwan ein deutlicher Wettbewerbsvorsprung von entscheidender Bedeutung. Die meisten Experten sind sich darin einig, daß die aus der derzeitigen asiatischen Finanzkrise resultierenden Rückschläge eine Zeitlang schmerzen werden, letztlich jedoch das Fortschreiten der Region zu Wachstum und Wohlstand nicht aufhalten werden. Tatsächlich könnte die Krise in manchen Ländern sogar jene Art von wirtschaftlichen Reformen anregen, die in der Zukunft zu einer anhaltenderen und gesünderen Wirtschaftsentwicklung führen kann.

Ich blicke teilweise deswegen optimistisch in die Zukunft, weil Taiwans Wirtschaft im Vergleich zu den Nachbarn im asiatisch-pazifischen Raum bislang nur wenig ins Stolpern geraten ist. 1997 erreichte Taiwan ein Wirtschaftswachstum von 6,8 Prozent bei einer Inflationsrate von 0,9 Prozent und einer Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent. Für mich ist dies eine gute Bestätigung für die Solidität der wirtschaftlichen und politischen Systeme, die sich Taiwan in den vergangenen Jahrzehnten zu eigen gemacht hat. Ich beziehe mich nicht nur auf die 84 Milliarden US$, die wir als Devisenreserven halten, oder auf unsere relativ unbedeutende Auslandsverschuldung von 100 Millionen US$. Ein herausragendes Merkmal der Wirtschaftsentwicklung meines Landes war der pragmatische und realistische Stil, dessen sich unser privater Sektor befleißigt hat. Taiwanesische Firmen achten im allgemeinen sehr darauf, das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital nicht zu hoch werden zu lassen, und sie beschränken sich auf ihr Kerngeschäft. Über 95 Prozent der in Taiwan registrierten Firmen sind kleine und mittlere Unternehmen. Diese Betriebe passen sich rascher den Veränderungen des Marktes an als große Konzerne wie die Chaebol in Südkorea oder die massigen Staatsbetriebe auf dem chinesischen Festland.

Es gibt auch einen nichtökonomischen Faktor, der sich ebenfalls zum Vorteil der Republik China auswirkt. Nun, da die politischen Ämter auf allen Ebenen der Regierung durch direkte Wahlen bestimmt werden, erlangt die Demokratie in Taiwan rasch ihre volle Reife. Die Wähler haben ein neues Gefühl für die Beteiligung an der Zukunft ihres Landes entwickelt, und die politische Führung muß während ihrer Amtszeit für ihre Handlungen Rechenschaft ablegen. Dies hat zu einer stärkeren Transparenz und einem gesteigerten Rechtsstaatlichkeitsbewußtsein geführt. Beides hat sich für unsere Volkswirtschaft bei der Bewältigung der asiatischen Krise als unschätzbare Hilfe erwiesen. Dadurch haben wir in Taiwan das bestätigt, was man in Amerika schon lange weiß -- Demokratie und freie Marktwirtschaft sind einander unterstützende Institutionen, die nationalen Wohlstand fördern.

Herausforderungen im Inland

Trotzdem sieht sich die Republik China beim Herannahen eines neuen Jahrhunderts an drei Fronten einer Reihe von Herausforderungen gegenüber. Im Inland müssen Taiwans Infrastruktur und Industrie weiter verbessert werden. Das rasante Tempo der Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten hat bei uns einige Lücken in der Infrastruktur hinterlassen, die es zu füllen gilt. Ein zur nationalen Entwicklung im kommenden Jahrhundert ausgearbeiteter Plan wird nun in die Praxis umgesetzt und basiert auf den bestehenden Vorhaben: Regionale Operationsbasis für den asiatisch-pazifischen Raum, Programm zur Neubelebung der Wirtschaft, zwölf bedeutende Bauprojekte sowie eine Initiative zur Verwaltungsreform. Er wurde um die folgenden Bereiche erweitert: Erhöhung der Lebensqualität, Einrichtung eines Sozialversicherungs- und Wohlfahrtssystems, Entwicklung der Beziehungen über die Taiwanstraße und Stärkung der Rechtsstaatlichkeit. Wir erwarten, daß unsere Wirtschaft in den Jahren 2000 bis 2006 weiterhin mit einer jährlichen Rate von 6,5 bis 6,7 Prozent wachsen wird. Unser Pro-Kopf-Einkommen wird von 13 000 US$ auf 18 500 US$ im Jahr 2000 und 36 000 US$ im Jahr 2006 steigen. Unser Gesamthandelsvolumen wird im Jahr 2000 über 300 Milliarden US$ betragen, während unser Bruttosozialprodukt im selben Jahr bei etwa 400 Milliarden US$ liegen wird. Uns ist auch bewußt, daß wir großangelegte Projekte für den öffentlichen und privaten Sektor entwerfen und durchführen müssen, gleichzeitig aber auch sorgfältig auf den Schutz der Umwelt zu achten haben. In einer demokratischen Gesellschaft, wie wir sie in Taiwan erreicht haben, schätzen und fordern die Wähler zunehmend eine Verbesserung der Lebensqualität, die den enormen Fortschritten unserer Wirtschaft angemessen ist.

Die Demokratie in Taiwan selbst bedarf einer weiteren Institutionalisierung, um die Qualität unserer politischen Arbeit zu verbessern. Daß die politischen Ämter auf allen Regierungsebenen durch direkte Wahlen bestimmt werden, ist in den vergangenen zehn Jahren üblich geworden. Dennoch müssen wir gegenüber dem Einfluß von Geld auf Wahlkampagnen wachsam sein und das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit weiter stärken. Da die Gesellschaft in Taiwan immer pluralistischer wird, wächst das Gefühl, daß die bestehenden gesellschaftlichen Werte und Moralvorstellungen überprüft werden müssen. Unsere Bürger haben mit großem Fleiß und sehr großem Erfolg die Modernisierung unseres Landes zustande gebracht, so daß wir nun einen Teil unserer Energie darauf konzentrieren können, das Beste von unseren traditionellen chinesischen Werten und ethischen Vorstellungen zu bewahren und gleichzeitig den Bedürfnissen und Zwängen des modernen Lebens anzupassen.

Herausforderungen durch die Beziehungen über die Taiwanstraße

Die Bewältigung der Herausforderungen im Inland, die ich soeben umrissen habe, liegt mehr oder weniger vollständig in unseren Händen. Bei den Herausforderungen an der zweiten Front -- den bilateralen Beziehungen zum chinesischen Festland -- ist dies weniger der Fall. All die Zeichen des guten Willens und freundschaftlichen Angebote Taipeis haben nur dann Erfolg, wenn sie auf der anderen Seite auf positive Reaktionen treffen. Ich denke, daß auch an dieser Front einige Anzeichen für einen Fortschritt in nicht allzu ferner Zukunft zu erkennen sein werden. Kürzlich ging die Meldung durch die Medien, daß Pekings Haltung hinsichtlich der Wiederaufnahme des Dialogs über die Taiwanstraße allmählich weniger rigide wird. Sollte sich dies als wahr erweisen, wäre es eine willkommene Entwicklung.

Premierminister Vincent Siew hat öffentlich erklärt, daß Taipei eine Wiederaufnahme der Gespräche begrüßen würde. Ein logischer Anfangspunkt wäre dort, wo 1995 die zweite Runde der Koo-Wang-Gespräche hätte beginnen sollen. Durch den Austausch über die Taiwanstraße ergeben sich zahlreiche wirtschaftliche und technische Fragen, die Priorität erhalten sollten, aber der Themenkreis braucht nicht darauf beschränkt zu bleiben. Sobald der Dialog zwischen beiden Seiten der Taiwanstraße wieder aufgenommen werden kann, wird die Zukunft für mein Land und die asiatisch-pazifische Region mit Sicherheit noch freundlicher aussehen. Die Stabilität in diesem Raum wird deutlich verbessert werden, wenn Peking beschließt, den Zustand der Feindseligkeit zu beenden und auf die Anwendung militärischer Gewalt gegen Taiwan zu verzichten. Die realen und tiefgreifenden Unterschiede zwischen Taiwan und dem Festland hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen und politischen Systeme können nicht durch Rhetorik oder oberflächliche politische Veränderungen überwunden werden. Es werden Jahre der Reformen auf dem Festland und der gegenseitigen Vertrauensbildung notwendig sein, um die friedliche Wiedervereinigung eines demokratischen, freien und prosperierenden China zuwege zu bringen. Dennoch begrüßen wir die Andeutung Pekings, es sei bereit, den alles entscheidenden Schritt einer Wiederaufnahme des Dialogs zu tun.

Internationale Herausforderungen

Die Herausforderungen für mein Land an der dritten Front, der internationalen Arena, hängen ebenfalls mit der Richtung zusammen, in die sich die Beziehungen zwischen beiden Seiten der Taiwanstraße entwickeln. International ist eines völlig klar: Vor der Wiedervereinigung hat sich die Republik China einen Status zu erhalten, der ihr Überleben und ihre fortgesetzte Entwicklung in der internationalen Gemeinschaft sichern kann und muß.

Die 21,5 Millionen Menschen in Taiwan können und sollten -- vor allem angesichts der hohen Selbstachtung, die sie nach der vollständigen Demokratisierung ihres Landes entwickelt haben -- nicht als Weltbürger zweiter Klasse behandelt werden. Die Bevölkerung in Taiwan muß ebenso fair und gerecht behandelt werden wie jedes andere Volk oder Land in der Welt. Daher werden wir in Zukunft unsere pragmatische Diplomatie fortsetzen, indem wir versuchen, unsere Beziehungen zu anderen Ländern zu verbessern und an mehr internationalen Organisationen und Aktivitäten teilzunehmen, ohne dabei jedoch in irgendeiner Form die Absicht zu verfolgen, uns mit der VR China zu verfeinden. Wir wollen lediglich für uns und die Welt eine positive und konstruktive Rolle spielen.

Eine Vision für die Zukunft der Republik China

Die Vorstellung, wie mein Land im 21. Jahrhundert aussehen wird, erfüllt mich mit Spannung. Mit Taiwans solider ökonomischer Struktur als Basis wird unsere Wirtschaft noch wettbewerbsfähiger sein als heute. Als Ergebnis der derzeitigen Politik von Liberalisierung und Globalisierung wird die Wirtschaft der Republik China mit einem hocheffizienten Mechanismus des freien Marktes arbeiten. Die Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation ( World Trade Organization, WTO) wird Taiwan unbeschränkten Zugang zu seinen wichtigen Handelspartnern garantieren, und diese werden im Gegenzug ungehinderten Zugang zu unserem Inlandsmarkt erhalten. Taiwans industrieller Sektor wird enorme Fortschritte gemacht haben, und die derzeitigen Investitionen in High-Tech-Industrien werden sich dadurch bezahlt machen, daß wir konkurrenzfähige Produkte nach den neuesten Standards werden herstellen können, die auf die globale Nachfrage abgestimmt sind. Insgesamt wird die Lebensqualität in Taiwan wesentlich näher an die von entwickelten Ländern herankommen, und Umweltschutz und wirtschaftlicher Fortschritt werden gegeneinander abgewogen werden, um eine wirklich nachhaltige Entwicklung für unser Land zu erzielen. Taiwan wird als regionales Operationszentrum für den asiatisch-pazifischen Raum fungieren -- ein bequemer, effizienter und mit professionellen Fachkräften ausgestatteter Ausgangspunkt für multinationale Unternehmen, die auf die umliegenden Märkte in der Region vordringen wollen.

Politisch wird die Demokratie in Taiwan im nächsten Jahrhundert noch reifer werden. Wahlen sind nun ein fester Bestandteil des politischen Lebens in Taiwan. In der Zukunft wird unsere Gesellschaft sogar noch toleranter gegenüber politischer Vielfalt werden als jetzt, und der Wahlkampf um politische Ämter wird zusehends wettbewerbsorientierter, aber wohlgeordnet geführt werden. Das demokratische Bewußtsein der Wähler in Taiwan wird noch höher sein als heute. Die jüngeren Menschen werden ihr ganzes Leben mit der Erfahrung aufgewachsen sein, daß es die natürlichste Sache der Welt ist, das Wahlrecht zu haben, und daß die politische Führung für ihr Handeln Rechenschaft ablegen muß.

Im Verlauf des nächsten Jahrhunderts wird Taiwans Gesellschaft dank der vereinten Aktionen von Regierung und öffentlichen Interessenvertretungen gerechter werden. Es wird neue Programme geben, die für die Benachteiligten und jene, die nicht von der Flut des Wohlstands in Taiwan erfaßt wurden, ein Sicherheitsnetz spannen. Beihilfezahlungen für den Lebensunterhalt von Bürgern mit niedrigem Einkommen und Arbeitslosenversicherungsprogramme in Verbindung mit dem umfassenden Krankenversicherungsprogramm, das bereits eingeführt wurde, sollen sicherstellen, daß Taiwans alternde Bevölkerung ein Leben in Gesundheit und dem Gefühl von Sicherheit genießen kann.

Manche Menschen, die sich unsere Welt im nächsten Jahrhundert vorstellen, sehen kulturelle Konflikte als Folge der schrumpfenden Entfernungen zwischen den einzelnen Ländern voraus. Ich sehe für die Kultur Taiwans jedoch ein anderes Szenario. Aus dem Zusammenprall von Werten und Vorstellungen wird eine lebendige Mischung entstehen. Taiwan wird kulturell von den Synergien aus der Kombination von traditionellen chinesischen Werten und Bräuchen mit dem kosmopolitischen Standpunkt, dem Respekt vor der Rechtsstaatlichkeit und dem Eintreten für die Menschenrechte, die einige der besten Aspekte der westlichen Kultur darstellen, profitieren.

Schluß

Wir sind stolz auf das, was in Taiwan im Laufe der vergangenen 50 Jahre wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich erreicht wurde. Unser einzigartiger Erfolg stellt ein Entwicklungsmodell für andere Nationen wie auch für unsere chinesischen Landsleute auf der anderen Seite der Taiwanstraße dar. Er ist in der Tat ein leuchtendes Beispiel dafür, was Menschen durch Entschlossenheit, Hingabe und klare Vorstellungen erreichen können. Wir werden in unseren Anstrengungen fortfahren und versuchen, in den kommenden Tagen und Jahren noch höhere Ziele zu erreichen. Mit anhaltendem Frieden und Stabilität, einem reformierten, besseren Bildungssystem, einem vielgelobten Arbeitsethos in der Bevölkerung, einer guten Führung und weiterhin guten Strategien werden wir erfolgreich sein.

(Deutsch von Dr. Stefan Rummel)


Chien-jen Chen(程建人), geb. 1939, ist Generaldirektor des
Regierungsinformationsamtes der Republik China.
Dieser Artikel ist der Text einer Rede, die Chen
am 24. März 1998 im Westin Bonaventure Hotel
(Los Angeles, Cal., USA) vor dem Los Angeles
World Affairs Council hielt.

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