Die 12. Sommer-Paralympics, die vom 17. bis 28. September 2004 in Athen stattfanden, waren die erste Behindertenolympiade, an der auch Sportler aus Taiwan teilnahmen. Die Erfolge des Einstandes können sich sehen lassen.
Die Paralympics in Athen sind vorbei. Doch geblieben sind zahlreiche Erfolge, Erinnerungen und das eine oder andere neue Ziel. Für Taiwan war es darüber hinaus noch eine Premiere -- das Land beteiligte sich zum ersten Mal an den Spielen. Der 44. Platz in der Nationenwertung ist ein sportlich hoch zu bewertender Einstieg in die Weltelite des Sports. Insgesamt 25 Sportler kämpften erfolgreich für ihr Land um Medaillen und gute Platzierungen. 6 Medaillen brachten sie stolz mit nach Hause: 2x Gold, 2x Silber und 2x Bronze, also sogar noch eine Medaille mehr als Taiwans Sportler bei den regulären Olympischen Spielen von Athen.
Die Spiele standen aber nicht nur hinsichtlich der erbrachten Leistungen unter dem Motto der Superlative. Noch nie in der Geschichte der Paralympics haben so viele Sportlerinnen und Sportler teilgenommen, insgesamt 3969 Athleten aus 136 Nationen. Es wurden 800 000 Eintrittskarten für die Events verkauft, und bei der komplett ausverkauften Eröffnungsfeier zelebrierten 56 000 Zuschauer den Auftakt der Spiele. Mit den Sportlerinnen und Sportlern, Funktionären, Betreuern und Programmmitwirkenden waren am 17. September insgesamt 72 000 Menschen im Olympiastadion in Athen.
Das fast vierstündige Eröffnungsspektakel begeisterte die Zuschauer und Athleten in dem weiten Rund des Olympiastadions gleichermaßen. Die farbenfrohe und eindrucksvolle Super-Show verschlug so manchem schier den Atem. Über 4000 Sportler und Funktionäre marschierten unter großem Beifall in die moderne Arena ein. Spektakuläre Lichtspiele symbolisierten die Reise der Sonne. Die Veränderung der Natur in den einzelnen Jahreszeiten und die Elemente der Natur wurden an einem 25 Meter hohen Baum mitten im Stadion durch Licht dargestellt. Untermalt von Tänzen und musikalischen Darbietungen erreichte die Feier so bald ihren Höhepunkt: die Entfachung des Paralympischen Feuers.
Um 23 Uhr 45 Ortszeit war es dann an dem griechischen Weitspringer Georgios Toptsis, unter riesigem Beifall die paralympische Flamme zu entzünden. Das anschließende Feuerwerk rundete den Abend ab und ließ alle Aktiven und Zuschauer mit erwartungsvollen Gefühlen auf die kommenden 10 Tage zurück. Zu den prominentesten Gästen zählten an diesem Abend die Königinnen Sylvia aus Schweden und Sofia aus Spanien. Selbstverständlich war auch Taiwans First Lady Wu Shu-chen unter den Gästen und begleitete den Einmarsch ihres Teams.
Groß war dann sicherlich die Enttäuschung, als die Spiele zu Ende gingen. Keiner wollte so recht glauben, dass die Abreise bald bevorstand und die ganze Aufregung und Spannung vor den Wettkämpfen schon bald Geschichte sein sollten. Doch zunächst freute man sich noch auf die Abschlussfeier. Überschattet von dem tragischen Unfall eines Busses auf dem Weg zu den Paralympics entschied das Organisationskomitee gemeinsam mit dem Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) jedoch, die Veranstaltung dezenter zu gestalten.
Im Gedenken an die sieben verunglückten Schüler wurde eine Schweigeminute eingelegt, und es wurden lediglich die protokollarischen Programmpunkte (Abschlussrede des Präsidenten des IPC und ein kurzer Ausblick auf die Paralympics 2008 in Beijing) vorgenommen. Schade daran war aber, dass die Arbeit der freiwilligen Helfer nicht wie üblich durch einen Einmarsch ins Stadion mit anschließenden stehenden Ovationen honoriert wurde.
Für Taiwan war die Teilnahme an den Paralympics in Athen bestimmt kein einmaliger Auftritt. Die erbrachten sportlichen Höchstleistungen der Athleten sprechen für sich. Das Ziel wird sicherlich eine Qualifikation für die Paralympics 2008 sein.