17.05.2026

Taiwan Today

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Der eiserne Kevin

28.06.2007
Lin im Jahre 2005 beim Sahara-Rennen in Ägypten.

Durch permanente Herausforderung seiner Grenzen hat der taiwanische Extrem-Marathonläufer Kevin Lin Ziele erreicht, die eigentlich unmöglich erscheinen.

Ein Eintrag im Tagebuch von Kevin Lin, datiert auf den 19. Februar 2007, lautet: "Dies ist meine letzte Nacht in der Sahara. Es ist bitterkalt, besonders in den späten Stunden. Es kommt mir vor wie die längste Nacht, wenn man bedenkt, dass wir in den letzten vier Tagen weniger als sieben Stunden geschlafen haben und über 500 Kilometer gelaufen sind. Mir ist schwindelig, und die Schmerzen durch die Blasen an meinen Fußsohlen lassen nicht nach. ... Mir laufen die Tränen übers Gesicht. Jedenfalls werde ich nach dem heutigen Abend die vollkommene Freiheit genießen. Nur weiterlaufen und es hinter mich bringen!"

Am 20. Februar trafen Lin und seine Teamkameraden Charlie Engle aus den USA und Ray Zahab aus Kanada um 16 Uhr 30 östlich von Kairo am Roten Meer ein, nachdem sie 7500 Kilometer in 111 Tagen zurückgelegt hatten. Damit hatte das Trio einen Weltrekord für die Durchquerung der Sahara zu Fuß aufgestellt -- erfolgreicher Abschluss einer von den Vereinten Nationen unterstützten Kampagne zur Steigerung des Bewusstseins für die sich zuspitzende globale Wasserkrise mit besonderem Augenmerk auf Afrika.

Die drei Läufer durchmaßen die Sahara von West nach Ost. Sie brachen in Senegal auf, durchquerten Mauretanien, Mali, Niger und Libyen und beendeten das Pensum in Ägypten. Während des Marsches hatten sie mit Sandstürmen zu kämpfen, andere Hindernisse waren Minenfelder, Rebellentruppen, tückisches Terrain und extreme Temperaturen -- an manchen Stellen konnte es mittags 50 Grad heiß sein und nachts Frost geben. Daneben litten sie an Krämpfen, Knieverletzungen und schwerem Durchfall. Eine Reihe von Umwegen verlängerte die ursprünglich geplante Route um über 900 Kilometer.

Trotz der schweren Verhältnisse versäumte das Trio nie einen Tag, und meistens liefen sie jeden Tag eine zwei Marathonläufen entsprechende Strecke (2 x 42 km), eine erstaunliche Leistung der menschlichen Belastbarkeit und Willenskraft.

Ein typischer Tag begann um 4 Uhr morgens. Nach einem leichten Frühstück fingen sie um 5 Uhr an zu laufen, machten gegen Mittag eine Pause zum Essen und ein kleines Nickerchen in einem provisorischen Lager, bevor das Pensum fortgesetzt wurde. Feierabend war in der Regel nicht vor 9 oder 10 Uhr abends, dann wurde im Lager ein protein- und kohlenhydratreiches Abendessen eingenommen, gefolgt von einer erschöpften Nachtruhe.

Am Schluss der Reise hatte Lin 11 Paar Joggingschuhe verschlissen. Da seine Füße anschwollen, musste er von Größe 7 auf Größe 8 umsteigen, hinterher sogar auf Größe 8 1/2.

In den letzten Jahren ist Lin in Taiwan bekannt wie ein bunter Hund geworden, und er hat mit seinen unterschiedlichen Kraftakten bei internationalen Ultramarathon-Wettbewerben auch Taiwan einen Namen gemacht. Dank seines ausgezeichneten Rufs aufgrund seiner unglaublichen Willenskraft und Stärke gilt Lin zudem als idealer Sprecher für Werbekampagnen nicht nur für das Image von Firmen, sondern auch für das ganze Land.

"Die Laufaktion durch die Sahara war anders als andere Marathons", beschreibt Lin. "Es war kein Rennen, sondern ein Abenteuer. Zu Zeiten schien das Ziel unendlich weit entfernt, doch unsere Entschlossenheit, das Ziel zu erreichen, und der Gedanke, unsere Familien und Freunde zu sehen, halfen uns dabei, alle körperlichen und emotionalen Barrieren zu meistern."

Lin sagt, dass er während der Reise an nicht viel dachte außer daran, weiterzurennen, denn es gab einfach zu viel Unsicherheit. "Als es losging, wussten wir nicht einmal, ob wir es würden zu Ende bringen können", verrät er. Lin bat sogar seine Eltern, ihn feuerzubestatten und seine Asche in der Sahara zu verstreuen, falls er bei dem Versuch ums Leben käme.

Währenddessen folgte ein Kamerateam unter der Leitung des Regisseurs James Moll, der 1999 einen Oscar für den Dokumentarfilm The Last Days gewonnen hatte, dem Trio und protokollierte die Wüstenexpedition für einen Dokumentarfilm von LivePlanet Inc., der Produktionsfirma des Hollywood-Schauspielers Matt Damon. Der Film mit dem Titel Running the Sahara soll mit chinesischen, englischen und französischen Untertiteln vorgestellt werden, die Premiere ist für September dieses Jahres beim Toronto International Film Festival geplant.

Ausdauer ist alles

Durch jahrelanges Training konnte Lin ein herausragender Sportler werden. Normalerweise trainiert er, indem er durch weichen Sand oder in großen Höhen in den Bergen läuft, mit einem Wochenpensum von 250 bis 280 Kilometern, ergänzt durch Fahrrad- und Gewichttraining. Doch es waren seine außergewöhnliche Ausdauer und sein großer Wagemut, die ihn an die Spitze seines Bereichs katapultierten.

1998, im Alter von 20 Jahren, forderte er sich selbst heraus, indem er sich für einen 100-Kilometer-Marathon anmeldete, den der Straßenrennenverband Chinese Taipei organisierte. In der Inlandssparte belegte er Platz eins. Danach nahm er an mehreren 24-Stunden-Marathons teil, sowohl in Taiwan als auch im Ausland. Seine guten Ergebnisse bei diesen Veranstaltungen steigerten sein Interesse und auch sein Selbstvertrauen, Laufen zu seiner beruflichen Laufbahn zu machen.

2002 beschloss Lin, am "Marathon des Sables" (Sand-Marathon) teilzunehmen, einem jährlich veranstalteten Rennen über 250 Kilometer und einer Dauer von sieben Tagen und sechs Nächten durch die marokkanische Sahara. Allerdings machte ihm die Anmeldegebühr in Höhe von 2600 US$ Sorgen. Als ein Professor, der Lin nie zuvor begegnet war, von dieser Situation hörte, griff er Lin großzügig unter die Arme.

Während des Wettkampfes erlebten Lin und die anderen Teilnehmer den größten Sandsturm der Gegend in 25 Jahren. Er verlor seine Zehennägel, und wegen Wassermangels musste er seine Lippen aufbeißen, um seinen Durst mit dem eigenen Blut zu stillen. Dennoch wurde er Zwölfter, das beste Ergebnis eines asiatischen Läufers überhaupt.

Der eiserne Kevin

Lin (Mitte) bei seiner Durchquerung der Wüste Gobi in China im Jahre 2003.

Diese Veranstaltung zeigte ihm wirklich, wo seine Stärken als Läufer lagen, und das motivierte ihn, an mehreren internationalen Wettkämpfen mit Rennen durch Wüsten oder die Wildnis teilzunehmen. Indem er sich durch endlose Sandflächen, über Kamelpfade, hohe Dünen oder gar Eisfelder quälte, steht Lin auf der Rangliste der Vier-Wüsten-Ultramarathons -- der Atacama-Durchquerung in Chile, dem Gobi-Marsch in China, dem Sahara-Rennen in Ägypten und der so genannten Letzten Wüste in der Antarktis -- auf dem ersten Platz.

Außerdem trägt der junge Athlet überall, wo er hingeht, die Staatsflagge der Republik China mit sich. "Ich will mit meiner Teilnahme an internationalen Wettkämpfen Taiwans Flagge in der ganzen Welt zeigen", verkündet er. "Ich wünsche mir, durch Laufen die Welt zu sehen und durch meine Leistung die Aufmerksamkeit der Welt auf Taiwan zu lenken."

Mehrere lebensgefährliche Episoden bei seinen Ultramarathon-Rennen brachten Lin zu Bewusstsein, dass das wichtigste im Leben ist, das Leben voll auszuleben. "Ich will jede Chance nutzen, die sich für mich ergibt. Wenn man nichts versucht, wird das Leben fade, selbst wenn man hundert Jahre alt wird."

Lin hätte nicht so viel erreicht, wenn er nicht so hartnäckig seinen Zielen nachgeeifert hätte. Schon als Kind interessierte er sich für Sport aller Art, doch er bevorzugte Laufen, weil ihm die Einsamkeit daran gefiel.

Laufen gegen Widerstände

Nach Abschluss der Mittelschule im Alter von 15 Jahren wollte Lin Sportpädagogik an einer Berufsoberschule studieren. Seine Eltern waren jedoch dagegen, sie glaubten, das habe keine Zukunft. Stattdessen sollte Kevin zur Oberschule gehen, dann das College besuchen und schließlich eine Stelle als Beamter finden.

Wegen seiner Liebe zum Sport beschloss Lin, seinen eigenen Weg zu gehen, um seinen Eltern zu beweisen, dass sein Wunsch gerechtfertigt war. Also schrieb er seinen Eltern einen Brief, bat sie um Vergebung und versprach ihnen, eine Collegeausbildung anzustreben, und dann lief er von seinem Zuhause fort.

Lin ging zur damaligen Berufs- und Wirtschaftsschule Hsihu, die für ihre Leichtathletikteams bekannt war, und bat um Aufnahme. Zuerst lehnte ihn der Trainer Pan Ruei-ken ab, da er keinerlei Sporterfolge vorweisen konnte und so ein schmächtiges Bürschlein war. Lin ließ sich nicht entmutigen und besuchte Pan mehrmals, und seine Entschlossenheit überzeugte Pan schließlich.

"Kevin konnte nicht sehr schnell laufen, aber Ausdauer war seine besondere Stärke", urteilt Pan in Erinnerung daran, wie er damals Lins Talent entdeckte. Also unterwarf er den Jüngling einem formalen Training und gab ihm viel Unterstützung.

Für Lin ist Pan sowohl sein Mentor als auch eine Vaterfigur. "Trainer Pan ist die wichtigste Person in meinem Leben", bekennt Lin. "Von ihm habe ich nicht nur sportliches Können gelernt, sondern auch Disziplin sowie einen Sinn für Verantwortung und dafür, Dinge so gut zu machen, wie ich kann. Er machte einen echten Athleten aus mir."

Nach Abschluss der Berufsschule wollte Lin aufs College, fiel aber bei der Aufnahmeprüfung durch. Pan lieh sich Geld von Freunden, um Lin Kurse in einer Nachhilfeschule zu bezahlen, und er bat seine Schule um die Erlaubnis, Lin weiter im Wohnheim wohnen zu lassen. Oft brach Lin in Tränen aus, wenn er ein Schulbuch aufschlug und Geldscheine darin fand.

Schließlich wurde Lin am sportpädagogischen College Taipeh zugelassen und belegte Sportmanagement als Hauptfach. Seine Eltern weigerten sich weiterhin, sein Schulgeld zu bezahlen, daher nahm er mehrere Teilzeitjobs an einer Tankstelle, einer Sushi-Bar und einer Pizzeria an und fuhr sogar Taxi. Bei seinem hektischen Tagesablauf konnte er immer noch vier Stunden täglich trainieren, indem er nur drei Stunden pro Nacht schlief.

Einen Ausweg finden

In seinem letzten Studienjahr hatte er beim Taxifahren wegen seiner Erschöpfung beinahe einen Unfall, und ihm wurde klar, dass er einen Ausweg aus dieser Lage finden müsse. Da fiel ihm ein Flugblatt ein, das er vor einiger Zeit bei einem Sportfest in Frankreich bekommen hatte, in dem es um den Ultramarathon in der marokkanischen Sahara ging. Der Gedanke, Taiwans erster Athlet zu sein, der an so einem Rennen teilnahm, ließ ihn nicht mehr los, und folgerichtig meldete er sich gleich nach seinem College-Examen im Jahre 2002 zu dem Rennen an.

"Viele Leute fragen mich, warum ich mich auf so verwegene Abenteuer eingelassen habe", erzählt Lin. "In ihren Augen befasse ich mich mit einem sehr gefährlichen, anstrengenden Sport. Ich finde es aber nicht gefährlich, da ich immer sorgfältige Planung und gründliche Vorbereitung durchführe. Die Teilnahme an Wettkämpfen zwingt mich, Dinge zu planen, und das prägt mich. Dadurch lerne ich die richtige Einstellung, um Dinge in meinem Alltagsleben zu meistern."

Lin betont außerdem, dass der Erfolg seiner verschiedenen Expeditionen nicht nur auf die Förderung durch die Regierung und die Bevölkerung Taiwans zurückgeht, sondern auch auf das Sponsorentum einheimischer Firmen. Seine Durchquerung der Sahara wurde beispielsweise von Taiwans Telekomriesen Chunghwa Telecom Co. (CHT) finanziert.

Der eiserne Kevin

Während eines Rennens durch Chiles Atacama-Wüste im Jahre 2004 posiert Lin vor einem Wegweiser mit der Staatsflagge der Republik China.

Laut Liu Pan-ho, geschäftsführender Direktor der Marketingabteilung von CHT, begann das Unternehmen im Jahre 2005 mit Lin zusammenzuarbeiten, um für sein Geschäft internationaler Ferngespräche zu werben. "Damals wollten wir ein Talent finden, das internationales Profil hatte und Taiwan repräsentieren konnte", sagt Liu. "Wir entschieden uns für Lin. Lin war Schritt für Schritt seinem Traum nachgejagt, mit phantastischer Beharrlichkeit. Sein bodenständiger Charakter wurde in unserer Firma bewundert, und wir wollten diesen Charakter vorführen."

CHT beschloss, Lins Teilnahme an internationalen Wettkämpfen für ein Jahr ab Mai 2006 zu finanzieren. Beim Sahara-Rennen stattete die Firma Lin auch mit einem Satellitentelefon aus, damit Lin mit seiner Familie daheim in Verbindung bleiben sowie Berichte und Fotos zurückschicken konnte, die dann auf die Website der Firma gesetzt wurden.

Für die Zukunft hat Lin sich bereits das nächste Ziel gesetzt -- die 2008 Polar Challenge, ein Wettrennen über 560 Kilometer quer durch die Arktis zum geografischen Nordpol. Die Arktis ist eine der extremsten Gegenden der Erde, wo die Temperaturen bis auf minus 50 Grad Celsius sinken können. Die Teilnehmer absolvieren das Rennen in Dreiergruppen auf Skiern und ziehen ihre Ausrüstung in über 50 Kilo schweren Schlitten, unterwegs sind drei Zwischenstopps an bemannten Kontrollpunkten eingeplant, um die Vorräte zu ergänzen. Sie müssen die Prüfungen von unerbittlicher Kälte, Stürmen und möglichen Attacken durch Eisbären bestehen.

Lin sagt, er wolle sich um Stabilisierung seines Trainings und Verbesserung seines Könnens beim Skifahren, Kanufahren, beim Überleben auf dem Eis und seiner Widerstandsfähigkeit gegen Kälte bemühen und gleichzeitig einen Teamgeist mit interessierten Läufern entwickeln.

Lins Planung wurde von Albert Liu anerkannt, dem geschäftsführenden Direktor von Gamania Digital Entertainment Co., einem taiwanischen Spielehersteller. Liu schlug nicht nur einen Sponsorenplan 2007-2008 vor, sondern möchte auch persönlich teilnehmen. "Ich denke, wir alle werden von Lins Leistungen ermutigt und inspiriert...", kommentiert er. "Dank ihm kann man glauben, dass alle, die sich trauen, Risiken einzugehen, letzten Endes ihre Träume verwirklichen können. Das Konzept des Abenteuers passt zu unserer Firmenphilosophie, und das möchte unsere Firma auch der Öffentlichkeit übermitteln."

Die nächste Herausforderung

Entsprechend skizzierte Liu einen Abenteuerplan mit dem Titel "Durchs Polarlicht", mit dem drei Gewinner aus den Wettkämpfern ausgewählt werden sollen, die am "Rock and Ice Ultra" teilnahmen, vom Northern Canadian Adventure Rac ing Team am 17. März dieses Jahres für hautnahes Erleben organisiert. Die Rennen fanden auf einer Reihe gefrorener Seen und Schneemobilpfaden statt.

Nach körperlichem Training fuhren Liu und die drei ausgewählten Teilnehmer zusammen mit Lin wie vorgesehen nach Kanada. "Dieses Rennen -- bei minus 30 Grad durch Tiefschnee laufen -- war härter, als wir vorher gedacht hatten", urteilt Liu. "Trotzdem absolvierten wir den Versuchslauf, und wir wussten, dass das nur zum Aufwärmen war."

In den kommenden Monaten plant Liu, gemeinsam mit einem der drei zuvor Ausgewählten ein strenges Training zu durchlaufen. Die beiden sollen dann mit Lin ein Team bilden, das an Polar Challenge teilnimmt. "Ich hoffe, dass ich mit diesem Abenteuer lernen kann, Schwierigkeiten zu überwinden und mehr Ideen über mein Firmenmanagement zu bekommen", schnarrt Liu. "Und ich werde das Sponsern von Veranstaltungen wie diesen verstärken, um mehr Jugendliche anzuregen, durch das furchtlose Annehmen von Herausforderungen Durchbrüche anzustreben."

Entsprechend möchte Lin für ehrgeizige Menschen mehr Chancen schaffen, ihre Träume zu verwirklichen. Eines seiner Ideale ist, eine Stiftung zum Sponsern junger Sportler zu gründen, damit diese an internationalen Wettkämpfen teilnehmen und ihre beruflichen Karrieren entwickeln können.

"Ich bin heute 30 Jahre alt und werde wahrscheinlich nach dem Polarrennen nächstes Jahr meine aktive Wettkampflaufbahn beenden", kündigt er an. "Ich hoffe, dass die jüngere Generation dann weitermacht, so dass die Flagge der Republik China weiter auf der ganzen Welt zu sehen sein wird."

Derzeit arbeitet Lin am Abschluss seines Graduiertenstudiums in Sportpsychologie an der National Chung Cheng Uni versity im Landkreis Chiayi mit einer Magisterarbeit über mentale Belastbarkeit. Danach strebt er eine Promotion in den Vereinigten Staaten an. "Durch ein weiterführendes Studium will ich ein Beispiel setzen und zeigen, dass Athleten nicht nur im Sport gut sind -- bei ihrer Spannkraft können sie auch in anderen Bereichen glänzen", glaubt er. "Athleten gelten allgemein als körperlich gut entwickelt, aber intellektuell inkompetent. Ich will dieses Vorurteil widerlegen."

Nach den Worten von William J. T. Yih(易榮宗), stellvertretender Minister des Regierungsinformationsamtes (Government Information Office, GIO), ist Lin ein Mann voller Abenteuer, Leidenschaft und Ideale. Die außerordentliche Ausdauer und Entschlossenheit, die er mit seinem langen Dauerlauf durch die Sahara an den Tag legte, macht alle Taiwaner stolz.

Aus diesem Grund hat das GIO Lin kürzlich aufgefordert, Sprecher für die Kampagne zur Förderung des nationalen Images zu sein. Durch die Zusammenarbeit mit National Geographic Channels International (NGCI) wird in Kürze ein Fernseh-Werbespot mit 30 Sekunden Länge über Lins Geschichte in chinesischer, japanischer, koreanischer und englischer Sprache auf NGCI-Kanälen in der ganzen Welt ausgestrahlt werden.

Lin fühlt sich geehrt, als nationales Symbol ausgewählt worden zu sein, und er würde gerne die offene und lebhafte Seite der Taiwaner präsentieren. Er drängt die Taiwaner, selbstbewusst zu sein und der internationalen Gemeinschaft ihren Mut zu zeigen.

Seine eigene Philosophie fasst er folgendermaßen zusammen: "Jeder hat einen Traum... Ich laufe, um mein Leben zu bereichern. Es geht mir nicht darum, andere Läufer zu schlagen. Ich will mich lediglich ständig selbst übertreffen und herausfinden, wo meine wirklichen Grenzen sind."

(Deutsch von Tilman Aretz)

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