Taiwans Staatspräsident Lai Ching-te traf am 1. September in seinem Amtssitz in Taipeh mit dem Vizepräsidenten des italienischen Senats Gian Marco Centinaio zusammen und verlieh seiner Erwartung auf erweiterte Beziehungen mit dem Mitgliedsstaat der Europäischen Union (EU) Ausdruck.
Wie das Außenministerium in Taipeh verlautete, hielt sich Centinaio vom 31. August bis 5. September an der Spitze einer 10-köpfigen parteiübergreifenden Parlamentsdelegation im Land auf.
Lai hieß den Senats-Vizepräsidenten bei seinem fünften Taiwan-Besuch willkommen, und er dankte sowohl Centinaio als auch der Senatorin Daniela Ternullo dafür, am 20. Mai 2024 seiner feierlichen Amtseinführung als Staatschef beigewohnt zu haben. Der Besuch der italienischen Delegation — der bislang größten parlamentarischen Gruppe aus Italien überhaupt — belege die starke Unterstützung der Volksvertretung für Taiwan, interpretierte er.
Lai hob hervor, dass starker Rückhalt durch das italienische Parlament in vielen Bereichen erkennbar sei, und nannte ein in diesem Jahr verabschiedetes Gesetz, das die Grundlage dafür schaffe, dass taiwanische Kulturschätze in Italien ausgestellt werden können. Der erste indo-pazifische Untersuchungsbericht, der im vergangenen Jahr von der italienischen Deputiertenkammer veröffentlicht wurde, habe ferner die Bedeutung von Frieden und Stabilität über die Taiwanstraße hervorgehoben, so Lai.
Darüber hinaus habe die Entsendung von Schiffen der italienischen Kriegsmarine in die indo-pazifische Region im Laufe der vergangenen zwei Jahre die Entschlossenheit vorgeführt, Frieden und Stabilität in der Region zu wahren, urteilte Lai. Taiwan werde fortgesetzt mit Italien und anderen gleichgesinnten Partnern daran arbeiten, die auf Regeln basierende internationale Ordnung zu schützen und die Kooperation bei Wirtschaft, Handel und Industrie weiter auszubauen, warb er.
Centinaio stellte fest, das Verhältnis zwischen Italien und Taiwan gehe über Wirtschafts- und Handelsbeziehungen hinaus, und viele Abgeordnete des italienischen Parlaments seien der festen Überzeugung, dass es sich um wesentliche Elemente für den Schutz von Demokratie in aller Welt handele, Taiwan zu unterstützen und dazu beizutragen, den globalen Status Quo aufrechtzuerhalten.
Anhaltender parlamentarischer und zwischenmenschlicher Austausch sind nach Centinaios Einschätzung wichtig, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Taiwans zusätzliches Repräsentativbüro in Mailand trage dazu bei, das Bewusstsein für Taiwan in Italien zu schärfen, erklärte er, und er rechne damit, dass in den kommenden Jahren weitere Fortschritte durch Zusammenarbeit erzielt werden könnten.
—Quelle: Taiwan Today, 09/04/2026 (SFC-E)
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