20.08.2026

Taiwan Today

Politik

Video-Interview der BBC mit Taiwans Außenminister Lin Chia-lung

18.08.2026
Taiwans Außenminister Lin Chia-lung erörterte am 13. August während eines Video-Interviews für die BBC-Nachrichtensendung Newshour die Verkäufe von Rüstungsgütern der USA an Taiwan und hob die Bedeutung von Sicherheit und Stabilität über die Taiwanstraße und in der indo-pazifischen Region hervor. (Foto mit freundlicher Genehmigung des Außenministeriums)
Nach den Worten von Taiwans Außenminister Lin Chia-lung sollten gleichgesinnte Demokratien in der indo-pazifischen ersten Inselkette ihre Zusammenarbeit stärken, um gemeinschaftlich der Expansion von Autoritarismus entgegenzuwirken, da die militärische Expansion der VR China nicht allein gegen Taiwan gerichtet sei, sondern die chinesischen Ambitionen sich auf die gesamte Region erstreckten.
 
So äußerte sich der Ressortchef am 13. August in Taipeh während eines Video-Interviews für die Nachrichtensendung Newshour der in London beheimateten Medienanstalt British Broadcasting Corporation (BBC).
 
Die Beziehungen zwischen Taiwan und den USA beruhten auf institutionellen Grundlagen wie dem Gesetz über die Taiwan-Beziehungen (Taiwan Relations Act, TRA) und den Verkäufen von Rüstungsgütern durch die USA an Taiwan, definierte Lin und verwies auf zwei Waffenverkaufs-Pakete mit einem Gesamtwert von über 11 Milliarden US$, welche die Trump-Administration im vergangenen Jahr genehmigt hatte. Ferner zitierte er eine Äußerung US-Außenminister Marco Rubio, laut welcher entsprechende Waffenverkäufe nicht ausgesetzt seien, sondern weiter geprüft würden, und er fügte hinzu, Taiwan sei im Hinblick auf fortschreitende Waffenverkäufe und Waffenlieferungen außerordentlich zuversichtlich.
 
Angesprochen auf jüngste Äußerungen von US-Kriegsminister Pete Hegseth, dass die indo-pazifische Politik der USA auf machtpolitischen Gegebenheiten und Interessen beruhe, und dass die Zeiten, in welchen die USA die Verteidigung wohlhabender Länder bezuschussten, vorbei seien, kommentierte Lin, dabei gehe es um Lastenverteilung. Taiwan habe seinen Verteidigungshaushalt auf 3,3 Prozent des taiwanischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) erhöht, und Erwartungen zufolge werde dies bis 2030 auf 5 Prozent des BIP gesteigert, um eine potenzielle Aggression der VR China abzuschrecken.
 
Laut Lin hat die Trump-Administration versichert, dass die Politik der USA gegenüber Taiwan unverändert geblieben sei, und es gebe nach dem Treffen US-amerikanischer und VR-chinesischer Führer im Mai weiterhin Potenzial für fortgesetzte Entwicklung der Verbindungen in beide Richtungen. Trump habe unterstrichen, dass Taiwan Taiwan und das Land kein Verhandlungsgegenstand sei.
 
Beim Thema Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine bekundete Lin die Sorge, dass Beijing die Lage möglicherweise ausnutzen könnte, und er merkte an, Taiwan werde die Entwicklung weiter aufmerksam beobachten.
 
—Quelle: Taiwan Today, 08/17/2026 (YCH-E)
—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com
 

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