Taiwans Vizepräsidentin Hsiao Bi-khim erläuterte unlängst in einem Interview für das Nachrichtenprogramm 101 East der Medienanstalt Al Jazeera Taiwans Beziehungen mit den USA, das Verhältnis über die Taiwanstraße, Landesverteidigung und gesellschaftliche Belastbarkeit.
Wie das Präsidialamt verlautete, wurde das Interview, das vom Sydney-Korrespondenten Eric Campbell der in Katar ansässigen Medienanstalt geführt wurde, am 14. August ausgestrahlt.
Zum Thema der erklärten Bereitschaft der VR China, gegenüber Taiwan Gewalt anzuwenden, erklärte Hsiao, Taiwan müsse seine Kapazitäten für Selbstverteidigung stärken. Sie erwähnte, dass das Kernkonzept der taiwanischen Verteidigungspolitik eng an der Strategie der Verweigerung, welche hochrangige Verteidigungs-Offizielle und Strategen der USA beschrieben hätten, ausgerichtet sei — mit anderen Worten, Taiwan zu einem schwer festzulegenden Ziel zu machen.
Abgesehen von militärischer Einschüchterung wende die VR China außerdem Grauzonentaktik wie kognitive, juristische und psychologische Kriegführung an, um Taiwans Politik zu stören, enthüllte die Stellvertreterin des Staatsoberhauptes. Angesichts dieser ernsten Herausforderungen müsse das Land fortgesetzt seine gesellschaftliche Belastbarkeit stärken, um die Demokratie zu stabilisieren, so Hsiao.
Vizepräsidentin Hsiao hob ferner hervor, dass es von wesentlicher Bedeutung sei, Navigationsfreiheit und Meeressicherheit zu wahren, um den Wohlstand in der indo-pazifischen Region zu schützen, und sie fügte hinzu, internationale Zusammenarbeit sei der Schlüssel zum Erfolg. Sie verwies auf die zahlreichen Deklarationen, darunter eine unlängst von den Führer:innen der G7-Länder verbreitete gemeinsame Stellungnahme, welche die Bedeutung von Frieden in der Taiwanstraße und Ablehnung von Veränderungen des Status Quo durch Nötigung oder Gewalt bekräftigte.
Auf die Frage der Beziehungen zwischen Taiwan und den USA antwortete Hsiao, Offizielle der USA hätten wiederholt klargestellt, dass die Politik gegenüber Taiwan unverändert geblieben sei, und die bilaterale Partnerschaft werde durch das Gesetz über die Taiwan-Beziehungen (Taiwan Relations Act, TRA) garantiert.
Das Interview mit Vizepräsidentin Hsiao war Teil einer Sondersendung mit dem Titel „Taiwan’s Trouble Waters“, gab das Außenministerium am 15. August bekannt. Zu der Sendung gehörten überdies Anmerkungen des stellvertretenden Außenministers François Chih-chung Wu zur Bedeutung von Abschreckung.
—Quelle: Taiwan Today, 08/17/2026 (POC-E)
—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com