25.02.2026

Taiwan Today

Politik

Taiwans Präsident Lai Ching-te von AFP interviewt

13.02.2026
Taiwans Staatspräsident Lai Ching-te sprach unlängst für ein Exklusiv-Interview mit der Medienanstalt Agence France-Presse (AFP) mit dessen Weltnachrichten-Direktor Philip Chetwynd und der Taipeh-Bürochefin Allison Jackson. (Foto mit freundlicher Genehmigung des Präsidialamtes)
Taiwans Staatspräsident Lai Ching-te dankte europäischen Ländern für ihre seit langem gebotene Unterstützung und bekundete die Hoffnung, dass sie weiterhin an Taiwans Seite stehen würden.
 
So äußerte sich das Staatsoberhaupt während eines Exklusiv-Interviews mit dem Weltnachrichten-Direktor Philip Chetwynd von der französischen Medienanstalt Agence France-Presse (AFP) und der Taipeh-Bürochefin von AFP Allison Jackson. In dem Gespräch erörterte Lai die Beziehungen über die Taiwanstraße, Taiwans Verbindungen mit Europa und den USA, Landesverteidigung und das Halbleitergewerbe. Das Interview wurde nach Auskunft des Präsidialamtes am 12. Februar auf der AFP-Website veröffentlicht.
 
Die internationale Gemeinschaft solle drei grundlegende Fakten anerkennen, riet Lai. Erstens — weder Taiwan noch China sind einander untergeordnet, und China hat kein Recht, Taiwan zu annektieren. Zweitens — in Taiwan vollzog sich nach 38 Jahren unter Kriegsrecht der Übergang von Autoritarismus zu Demokratie, und das Bekenntnis der Taiwaner:innen zu nationaler Souveränität und demokratischen Werten soll nicht als Provokation fehlinterpretiert werden. Drittens — sollte Taiwan annektiert werden, würde China wahrscheinlich seinen Einfluss weiter ausdehnen, was die auf Regeln basierende internationale Ordnung bedroht.
 
Präsident Lai bekundete Dankbarkeit gegenüber den europäischen Partnern, Taiwan zu unterstützen, und verwies auf die im Jahr 2021 von der Europäischen Union (EU) vorgelegte indo-pazifische Strategie sowie die im Oktober 2024 vom Europaparlament verabschiedete Resolution, welche die verzerrte Interpretation der Resolution 2758 der Vereinten Nationen (United Nations, UN) vom Oktober 1971 ablehnte.
 
Lai hofft, die Zusammenarbeit mit Europa bei künstlicher Intelligenz (KI), der Rüstungsindustrie und modernen Technologien auszubauen. Er hob hervor, dass Europa Taiwans drittgrößter Handelspartner und größte Quelle ausländischer Investitionen sei, und versicherte, Taiwan freue sich darauf, ein gegenseitiges Investitionsschutzabkommen zu unterzeichnen und Vermeidung von Doppelbesteuerung zu arrangieren.
 
Hinsichtlich des über acht Jahre ausgelegten Sonder-Verteidigungshaushaltes mit einem Umfang von 1,25 Billionen NT$ (33,478 Milliarden Euro), den der Exekutiv-Yuan — also Taiwans Regierungskabinett — angeregt hatte, begründete Lai, durch Taiwans starke Wirtschaftsleistung wäre die Finanzierung machbar, und das Ziel sei eine Steigerung der Verteidigungsausgaben auf über 5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bis zum Jahr 2030.
 
Angesprochen auf Spekulationen über eine potenzielle Invasion Taiwans durch die VR China im Jahr 2027 erläuterte Präsident Lai, Sorgen dieser Art betonten die Bedrohung, welche die VR China darstelle. Als Oberbefehlshaber von Taiwans Streitkräften sei er entschlossen, sich auf die schlimmste mögliche Situation vorzubereiten, um Aggression abzuschrecken und die nationale Sicherheit zu schützen.
 
Über die jüngsten Gespräche zwischen US-Präsident Donald J. Trump und dem VR-chinesischen Führer Xi Jinping sagte Lai, unter dem US-Gesetz über die Taiwanbeziehungen (Taiwan Relations Act, TRA) des Jahres 1979 und den Sechs Zusicherungen des Jahres 1982 seien die Beziehungen zwischen Taiwan und den USA anhaltend stark, und er merkte an, Washingtons Engagement für gemeinschaftliche Verteidigung und Stabilität in der indo-pazifischen Region sei unverändert.
 
Zum Thema Halbleiter stellte Lai fest, solange Taiwan seine Zentren für Forschung und Entwicklung, modernste Fertigungsabläufe und führende Produktkapazitäten behielte, werde das Land weiter eine strategische Rolle in der globalen Lieferkette spielen, teilte das Präsidialamt mit.
 
—Quelle: Taiwan Today, 02/13/2026 (POC-E)
—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com
 

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