Staatspräsident Lai Ching-te bekräftigte Taiwans Entschlossenheit, die Zusammenarbeit mit Europa und den USA in Bereichen wie Wirtschaft, Sicherheit, Technologie und Handel auszuweiten, gleichzeitig wolle man gemeinsam Frieden und Stabilität in der Region schützen.
So äußerte sich das Staatsoberhaupt am 21. Januar im Präsidialamt in Taipeh während einer Begegnung mit einer transatlantischen Delegation der in den USA beheimateten Denkfabrik German Marshall Fund of the U.S. (GMF) unter der Leitung von GMF-Präsidentin Alexandra de Hoop Scheffer. Lai mahnte, dass Demokratien einig bleiben müssten, um der Expansion von Autoritarismus entgegenzuwirken sowie Freiheit und demokratische Werte zu verteidigen.
Taiwan sei entschlossen, seine Selbstverteidigungskapazitäten zu stärken, betonte Präsident Lai und verwies auf den vorgesehenen Verteidigungshaushalt für dieses Jahr, der 3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) übersteige, und einen vorgeschlagenen Verteidigungs-Sonderhaushalt mit einem Umfang von 1,25 Billionen NT$ (33,76 Milliarden Euro). Lai machte ferner auf Pläne aufmerksam, ein modernes Luftverteidigungssystem („T-Dome“) zu entwickeln sowie künstliche Intelligenz (KI) und Hightech in der Rüstungsindustrie einzusetzen.
Lai dankte der Administration von US-Präsident Donald J. Trump dafür, im Dezember vergangenen Jahres den Verkauf von acht Waffenpaketen mit einem Gesamtwert von 11,1 Milliarden US$ an Taiwan genehmigt zu haben, und für eine Stellungnahme der Trump-Administration, welche hervorhob, wie wichtig es sei, militärische Überlegenheit zu wahren, um einen Konflikt in der Taiwanstraße abzuschrecken. Ferner begrüßte Lai eine Stellungnahme des Europäischen Auswärtigen Dienstes (European External Action Service, EEAS), welche im Anschluss an Militärmanöver der VR China im Umfeld von Taiwan im vorigen Dezember die Bedeutung von Frieden und Stabilität über die Taiwanstraße für die regionale und globale Sicherheit unterstrich.
Nach dem erfolgreichen Abschluss von Zollverhandlungen erwarte Taiwan eine Vertiefung der Kooperation mit den USA bei Digitalhandel, Wissenschaft und Technologie sowie Lieferketten durch Mechanismen wie den Partnerschaftsdialog für wirtschaftlichen Wohlstand, so Lai.
Taiwans Investitionen in Europa im Laufe der vergangenen vier Jahre hätten die Investitionen in den vier Jahrzehnten davor übertroffen, enthüllte Lai. Taiwan hege die Hoffnung, die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern bei KI, Informations- und Kommunikationstechnologie (Information and Communications Technology, ICT), Halbleitern und Lieferketten-Belastbarkeit zu erweitern, merkte er an.
In ihrer Antwort erklärte de Hoop Scheffer, Stabilität über die Taiwanstraße und in der Region sei wesentlich für die transatlantische und globale Sicherheit, und sie sei eng mit der Belastbarkeit der Wirtschaft und von Lieferketten verknüpft. Die Taiwan-Frage wirke sich auf die Glaubwürdigkeit der demokratischen Allianz aus, urteilte sie und rief zu stärkeren Partnerschaften mit Taiwan bei Infrastrukturentwicklung sowie Cyber-, Wirtschafts- und Verteidigungs-Technologien auf.
—Quelle: Taiwan Today, 01/22/2026 (YCH-E)
—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com