Taiwans Exekutiv-Yuan — also das Regierungskabinett des Landes — veranstaltete am 20. Januar in Taipeh eine Pressekonferenz, um nach der Rückkehr von Vizepremierministerin Cheng Li-chiun und ihrem Team für Handelsgespräche Details der Zollverhandlungen mit den USA darzulegen.
Premierminister Cho Jung-tai wies zunächst darauf hin, dass die Regierung eine Initiative im Wert von 93 Milliarden NT$ (2,51 Milliarden Euro) angeregt habe, um die inländische Industrie zu unterstützen. Ein zusätzliches von Cheng vorgeschlagenes Modell sähe vor, dass taiwanische Unternehmen 250 Milliarden US$ in den USA investierten, und die Regierung würde des Weiteren 250 Milliarden US$ an Krediten garantieren, um weitere Investitionen zu fördern. Die Verhandlungen hätten für Taiwan einen günstigen strategischen Gewinn ermöglicht, interpretierte Cho und sagte für anstehende Verhandlungen über ein gegenseitiges Handelsabkommen zwischen Taiwan und den USA seine volle Unterstützung zu.
Cheng erläuterte die bei den Verhandlungen erzielte Einigung, darunter Senkung der US-Einfuhrzölle für in Taiwan hergestellte Waren auf 15 Prozent, ohne diese auf Raten für meistbegünstigte Länder aufzuschlagen, was der gleiche Status sei wie für Japan, Südkorea, die Schweiz und die Länder der Europäischen Union (EU). Halbleiter und entsprechende Produkte aus Taiwan hätten außerdem Vorrechte meistbegünstiger Länder gemäß Sektion 232 erhalten, es sei ein Investitions-Memorandum unterschrieben worden, und die Unterzeichnung eines gegenseitigen Handelsabkommens stehe bevor. Die Stellvertreterin des Regierungschefs appellierte erneut an die USA, ein Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung zu vollenden.
Im Hinblick auf die Kreditgarantien stellte Cheng klar, die Regierung plane, Garantien für bis zu 50-60 Prozent der Darlehen zu gewähren, mit einer vielfachen Leverage von 15-20 Mal so viel, wodurch die für den Mechanismus erforderliche Finanzierung ein Volumen von 6,25 bis 10 Milliarden US$ erreiche. Der Mechanismus werde schrittweise umgesetzt, kündigte Cheng an und ergänzte, das Memorandum umfasse keine zeitliche Beschränkung, und Unternehmen würden Finanzierung nur dann beantragen, wenn sie diese bräuchten.
Taiwan stärke seine Kraft beim Halbleiterbereich in den USA, anstatt seine Lieferkette in die USA zu verlegen, definierte Cheng. Der Halbleiter-Produktionswert des Landes habe im vergangenen Jahr 6,5 Billionen NT$ (175,6 Milliarden Euro) betragen, enthüllte sie und merkte an, die Investitionen des taiwanischen Halbleiterkonzerns Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) in Taiwan seien höher als dessen Investitionen in anderen Ländern. Zum Schluss warb sie für den Aufbau strategischer Partnerschaften der beiden Länder bei künstlicher Intelligenz (KI) und gegenseitig gewinnbringende Handelsbeziehungen mit den USA.
Nach den Worten von Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin werden die neuen Zollsätze die Wettbewerbsfähigkeit von Komponenten taiwanischer Kraftfahrzeuge sowie der Sektoren Maschinen und Maschinenwerkzeuge in den USA verbessern. Ferner werde es den Branchen Fahrräder, Handwerkzeuge, medizinische Geräte, Kunststoffe, Textilien und anderen beim Marktwettbewerb helfen, befand er und fügte hinzu, die Ergebnisse würden Taiwans Schlüsselrolle in der globalen Hightech-Gemeinschaft weiter stärken.
—Quelle: Taiwan Today, 01/21/2026 (YCH-E)
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