17.05.2026

Taiwan Today

Politik

Interview mit Taiwans Vizepräsidentin im ARD-Programm „Weltspiegel“

30.10.2025
Taiwans Vizepräsidentin Hsiao Bi-khim (rechts) sprach in Taipeh während eines Fernseh-Interviews mit der ARD-Journalistin Tessniem Kadiri für die Sendung „Weltspiegel“ über die taiwanisch-deutsche Zusammenarbeit, Taiwans Maßnahmen für Verteidigung und die Beziehungen über die Taiwanstraße. (Foto mit freundlicher Genehmigung des Präsidialamtes)
Taiwans Vizepräsidentin Hsiao Bi-khim erörterte in einem Fernseh-Interview mit der Journalistin Tessniem Kadiri für Deutschlands öffentlich-rechtliche Medienanstalt ARD Fragen wie die erweiterte Zusammenarbeit zwischen Taiwan und Deutschland, Taiwans Vorkehrungen für Verteidigung und die Beziehungen über die Taiwanstraße.
 
Wie das Präsidialamt in Taipeh verlautete, sind die Taiwaner:innen nach Hsiaos Worten entschlossen, ihre Freiheit und demokratische Lebensweise zu verteidigen, während sie mit militärischen Drohungen und hybrider Nötigung durch die VR China konfrontiert sind. Taiwan sei außerdem entschlossen, die Kapazitäten für Selbstverteidigung zu stärken sowie Frieden und Stabilität in der Region zu schützen, ergänzte sie.
 
Taiwan gehöre den Taiwaner:innen, die Volksrepublik China habe nie Taiwan regiert, und Taiwan sei nicht Teil der VR China, definierte die Stellvertreterin des Staatsoberhauptes. Jegliches Verhalten, welches den Frieden in der Region untergrabe, gehe auf Beijing zurück, geißelte Hsiao und appellierte an die Weltgemeinschaft, die Drohungen von Gewaltanwendung der VR China gegen Taiwan zurückzuweisen.
 
Hsiao fuhr fort, Taiwan sei offen für Dialog mit Beijing, wenn dieser auf beiderseitigem Respekt und gegenseitiger Würde basiere. Ferner hob sie hervor, wie wichtig es sei, den Status Quo in der Taiwanstraße, welcher beiden Seiten und der internationalen Gemeinschaft nütze, zu wahren.
 
Viele taiwanische Unternehmen würden aktiv Zugang zu internationalen Märkten erlangen, um angesichts der Nötigung durch die VR China bei Wirtschaft und Handel die Risiken zu diversifizieren, so Hsiao. Sie bekundete ihre Anteilnahme für die Ukraine und merkte an, Demokratien müssten sich zusammenschließen, um gemeinsam der Allianz autoritärer Regimes und ihrer Störung von Demokratien entgegenzuwirken.
 
Im Hinblick auf die Beziehungen zwischen Taiwan und Deutschland dankte Hsiao Bundesaußenminister Johann Wadephul dafür, unlängst dringlich auf die Bedeutung von Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße hingewiesen zu haben. Die Unterstützung durch die Bundesregierung auf internationalen Schauplätzen wisse Taiwan außerordentlich zu schätzen, unterstrich sie.
 
Deutschland sei einer von Taiwans größten Handelspartnern in Europa, beschrieb Hsiao und fügte hinzu, sie freue sich darauf, die bilaterale Kooperation auszuweiten und das Welthandelssystem gemeinsam zu verteidigen. Taiwan spiele eine maßgebliche Rolle in der internationalen Lieferkettensicherheit, was wiederum von der Taiwanstraße abhänge, und sie rief die Weltgemeinschaft dazu auf, gegenüber jeglicher Bedrohung von Frieden und Stabilität in der indo-pazifischen Region wachsam zu bleiben.
 
—Quelle: Taiwan Today, 10/29/2025 (YCH-E)
—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com
 

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